Mixed Links: 2013-06-06

So, nachdem sich im Laufe der letzten Tage immer mehr Links angesammelt haben, die ich gerne teilen und auch ein bisschen kommentieren möchte, hebe ich nach einem Jahr mal mein Blog wieder aus der Versenkung 😀

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Nachtrag zum Datenschutz

Ich hatte ja vor zwei Monaten hier schon mal einen Artikel zu Datenschutz und PrivatsphÀre, in dem ich meine Entscheidung erklÀrt habe, mein Facebook-Profil weitestgehend öffentlich zu halten. Jetzt möchte ich dazu einen kleinen Nachtrag schreiben, Anlass ist ein kleinerer Disput mit meiner Familie zu diesem Thema.

Generell scheint meine Einstellung zu diesem Thema auch eher undurchsichtig zu sein. Zum einen bin ich entschiedener Gegner und Verweigerer der neuen elektronischen Gesundheitskarte. Außerdem bin ich sehr darauf bedacht, wem ich wozu Zugriff auf meinen Laptop gebe, und Zugriff auf meinen Facebook-Account ist ein No-Go. Auf der anderen Seite habe ich, wie im oben verlinkten Artikel beschrieben, auf Facebook eine weitgehende Öffentlichkeit. Ja was denn nun?

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Zur PrivatsphÀre

Heute Abend hatte ich spontan die Idee, mal nachzuschauen, ob nicht-Facebook-User eigentlich mein Profil sehen können. Können sie nicht, kann man leider auch nicht so einstellen — ja, genau: „leider“. Genau das hĂ€tte ich nĂ€mlich gerne gemacht. Warum? „Zur PrivatsphĂ€re“ weiterlesen

Im globalen Kindergarten

Wir hier in der Bundesrepublik haben ja das außergewöhnliche GlĂŒck, dass es auf unserem Gebiet seit StaatsgrĂŒndung keinen einzigen Krieg gab, und auch die EinsĂ€tze unserer Armee in „Stabilisierungsmissionen“ und „kriegsĂ€hnlichen Konflikten“ hĂ€lt sich ja vergleichsweise in Grenzen.

Nun kann man ja ĂŒber den Sinn von Kriegen und Armeen im allgemeinen und besonderen trefflich streiten. Was aber denke ich recht klar ist: In unserem Land kann sich wahrscheinlich kaum noch jemand vorstellen, das in absehbarer Zeit die Soldaten von <hier Feindesland einsetzen> bei uns einmarschieren werden.Ich behaupte jetzt einfach mal, dass selbst die Soldaten der Bundeswehr nicht all zu oft daran denken, „zu Hause“ kĂ€mpfen zu mĂŒssen. FĂŒr Deutschland sind Kriege quasi nicht existent, es existieren höchstens „AuslandseinsĂ€tze der Bundeswehr“, und die werden als „Verteidigung am Hindukusch“ u.Ä. tituliert.

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Ein kleiner RĂŒckblick

Gestern bin ich ĂŒber den Ubuntuusers Planet auf einen Blogpost gestoßen, in dem sich der Autor an sein erstes Zusammentreffen mit Linux vor 15 Jahren erinnert. Das hat mich veranlasst, selbst noch einmal darĂŒber nachzudenken, wie es eigentlich dazu gekommen ist, daß ich mittlerweile (Ubuntu-)Linux als mein Hauptsystem verwende. Ganz genau kann ich mich nicht mehr erinnern, aber eine meiner ersten Spuren im Internet sind zwei BeitrĂ€ge in alt.linux.suse, in denen ich um Hilfe bei meinen Problemen mit SuSe 9.3 frage. Die Posts sind von 2005, damals war ich also 12 Jahre alt. „Ein kleiner RĂŒckblick“ weiterlesen

Bravo!

Manchmal gibt es ja Tage, an denen ich mich so richtig klein und unbeachtet fĂŒhle: Alle wichtigen Entscheidungen werden von „denen da oben“ getroffen, was ich davon halte interessiert keinen. Wer „die da oben“ sind variiert, aber in der Regel sind es die ĂŒblichen VerdĂ€chtigen: Politiker. Wenn Merkel und Co. auf irgendwelchen ominösen Gipfeln irgendwelche Euro-Rettungs-Abkommen schließen, die Bundesregierung mal wieder ein tolles Zensur-/Datenspeicherungs-/Sontwasgesetz „beschließt“ (was dann auch so genannt wird, bevor das Parlament ĂŒberhaupt mal drĂŒber geredet hat. Demokratie und so.), denk ich mir oft, dass es eigentlich doch egal ist, ob man was unternimmt wenn einem das nicht passt oder ob das sowieso zwecklos ist.

Heute hatte ich zwei Erlebnisse, die mich davon ĂŒberzeugen, dass die Lage nicht hoffnungslos, sondern maximal ernst ist:

Nummer eins war die Tatsache, dass heute unter anderem die (englische) Wikipedia offline ist. Nicht wegen technischen Problemen, sondern wegen Protest gegen SOPA. Der „Stop Online Piracy Act“ bzw. sein Zwillingsbruder, der „Preventing Real Online Threats to Economic Creativity and Theft of Intellectual Property Act“ (PROTECT IP act – PIPA). In KĂŒrze stellen diese beiden Gesetze quasi den in Paragraphen gegossenen LSD-Traum der Urheber-Lobby (Musikmafia, Fließbandfilmfabriken etc. pp.) dar: Urheberechtsverletzungen wie Filme runterladen, Musik tauschen, Texte und Bilder kopieren und andere TodsĂŒnden sollen mit allen Mitteln verfolgt werden, und was man nicht weg bekommt soll mit Netzsperren zensiert werden. Das solche Internetsperren sinnlos, unwirksam, schĂ€dlich fĂŒr die Netz-Infrastruktur und vor allem ein Scheunentor fĂŒr staatliche und nichtstaatliche Zensur sind wurde hierzulande in der Zensursula-AffĂ€re recht ausfĂŒhrlich dargelegt, und auch in den USA sicherlich schon diskutiert, aber das interessiert natĂŒrlich die Medienkonzerne nicht, die sind nur geil auf noch mehr Kontrolle und noch mehr Profit.

Was fĂŒr mich aber ein Lichtblick heute war: Anscheinend gibt es doch noch eine gewisse Obergrenze, wie viel Scheiße Politiker bauen können (bzw. wie viel Dreck sie von den Lobbyisten mit den vielen schönen Dollarschein abschreiben können). Als Reaktion auf die beiden GesetzesentwĂŒrfe und auf die Tatsache, dass in den ach so tollen „traditionellen“ Medien alles totgeschwiegen wurde (liegt aber natĂŒrlich nicht daran, dass die zu den BefĂŒrwortern von SOPA zĂ€hlen, sind ja unabhĂ€ngige QualitĂ€tsjournalisten!) haben heute viele Internetseiten geblackoutet. Entweder der Zugang wurde komplett gesperrt oder die Startseite mit einem unĂŒbersehbaren Hinweis darauf versehen, was die Betreiber von SOPA halten. Neben unzĂ€hligen Blogs dĂŒrften Google und Wikipedia zu denen zĂ€hlen, die die meisten Leute erreichen, und bei beiden war ich mir nicht sicher, ob sie wirklich mitziehen. Bei Google achtet man natĂŒrlich immer darauf, ob man damit Kunden vergrault, und die MĂŒhlen der Wikipedia mahlen bekanntlich langsam – die unwichtigsten Kleinigkeiten werden erst einmal totdiskutiert. Auch WordPress und mein Lieblings-Webcomic xkcd [Nachtrag: Eine schöne Galerie mit geschwĂ€rzten Seiten gibt’s ĂŒbrigens bei netzpolitik.org:http://netzpolitik.org/2012/sopa-blackout-gallery/
Und was ein Hauptziel von SOPA, nÀmlich the Pirate Bay dazu sagt gibts auch dort: http://netzpolitik.org/2012/sopa-pirate-bay-unbeeindruckt-us-regierung-aufgeschreckt-und-erstes-zensuropfer/]

Gerade durch den Blackout der Wikipedia, die ja grĂ¶ĂŸtenteils von der Community, also den Nutzern, betrieben wird habe ich das GefĂŒhl bekommen, dass man als „einfacher BĂŒrger“ eben doch was erreichen kann gegen „die Politiker“. Schon im Vorfeld hat der Senat klein beigegeben und SOPA „auf Eis gelegt“. Was davon zu halten ist, beschreibt Fefe in seinem Blog denke ich ganz gut: Nebelkerze, sonst nix.

Das andere Ereignis, dass mir ein bisschen Glauben daran zurĂŒckgegeben hat, dass es noch Licht gibt ist ausgerechnet ein Blog-Beitrag eines Politikers. Peter Tauber beschreibt in seinem Blog, was er unter einem fairen Urheberrecht versteht. Ich habe mir das Konzept nicht nĂ€her angeschaut, aber wenn aus der CDU/CSU ein Vorschlag zum Urheberrecht kommt, ĂŒber dem groß „keine Netzsperren“ und „Fair Use“ steht, dann bekomme ich ein StĂŒck weit Vertrauen zurĂŒck, dass Politiker nicht einfach nur stur und dem Fraktions- und Parteienzwang ergeben versuchen durchzusetzen, was wahlweise der Parteispitze, den vermeintlichen WĂ€hlern (Steuersenkungen und so…) oder ominösen Lobbygruppen gefĂ€llt, sondern auch bereit sind, sich mit der RealitĂ€t zu beschĂ€ftigen. Normalerweise hab ich nĂ€mlich in der Regel das GefĂŒhl, das das Parlament nicht deshalb so heißt, weil ĂŒber Gesetze diskutiert wird und am Ende die beste Lösung rauskommt, sondern weil außer Reden dort nix stattfindet: Regierung und Opposition blasen sich einen Haufen heiße Luft um die Ohren, aber am Ende drĂŒckt die Regierung mit Hilfe der ihr ergebenen Abgeordneten ihren Willen durch.

PS: Informationen ĂŒber SOPA und Co. gibt es zum Beispiel auch bei Telepolis, bei netzpolitik.org gibt’s immer aktuelle News, auch zu anderen LobbytrĂ€umen GesetzesvorschlĂ€gen wie ACTA u.Ă€.

PPS: Nachdem ich beim letzen Mal damit angefangen habe, alle möglichen Details festzulegen und danach nie was geschrieben habe, starte ich diesen Versuch mal umgekehrt. Nachdem dieser erste Beitrag jetzt schon ein wenig lĂ€nglich wurde, bin ich selbst mal gespannt, was aus diesem Blog wird 😀