Wie legitim ist Erben?

Losgelöst von der Person der Bahlsen-Erbin zeigt die jüngste Aufregung finde ich etwas, das symptomatisch für den Diskurs um Erbe und Reichtum ist: Diejenigen, die profitieren, vergessen gerne woher Reichtum kommt.

Er wird mit Leistung legitimiert, die einem das Recht verleiht, besser zu leben als „normale Menschen“. Und dieses Narrativ wird eisern verteidigt. Nicht nur mit der Erzählung, dass es ja jeder schaffen könne, wenn er sich nur ausreichend anstrengen würde – was dir Faktoren „Glück“ und den systematischen Vorteil des Elternhauses ausblendet.

Selbst wenn es klare Beweise gibt, dass der eigene Reichtum zu einem Teil auf menschenverachtendem Unrecht basiert, wird dieser Teil der Historie lieber ausgeblendet, um den eigenen Anspruch auf den auf dem Rücken anderer entstandenen Wohlstand nicht in Frage zu stellen.

Natürlich gilt dies nicht für jeden Unternehmer, aber gerade große „deutsche Traditionsunternehmen“ haben eigene dunkle Passagen, die oft nur unzureichend aufgearbeitet werden. Wir sollten diese Fälle zum Anlass nehmen, ganz grundsätzlich darüber nachdenken, in welchem Rahmen es legitim es ist, Reichtum über Generationen zu vererben und der Gesellschaft zu entziehen.

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