Was passiert, wenn Demokraten wegschauen

Die ZEIT war noch einmal bei Markus Nierth, früher Bürgermeister in Tröglitz (Sachsen-Anhalt), der sich für die Aufnahme von Flüchtlingen eingesetzt hat und damit den Zorn Rechtsextremer auf sich gezogen hat. Der Fall zeigt finde ich eindrucksvoll, dass beim Umgang mit AfD und Co. die Verfechter*innen einer weltoffenen, demokratischen Gesellschaft fest zusammenstehen müssen.

Sich wegducken, wenn andere bedroht werden, oder gar versuchen „die Sorgen der Menschen zu verstehen“ – also zu versuchen, ein paar Wähler von der AfD zurück zu bekommen, indem man deren Sprache, deren Politik kopiert – führt dazu, dass sich die Meute auf die wenigen stürzt, die offensiv für die Werte unseres Grundgesetzes einsetzen und diese gnadenlos fertig macht.

Wer extremistische Parolen skandiert, Verschwörungstheorien verbreitet, Politiker „jagen“ will, Menschen auf Grund ihrer Herkunft verachtet, oder wer sich diesen Menschen auf Demos und auf Stammtischen anschließt, der hat den Boden eines demokratischen Diskurses verlassen. So lange er*sie nicht darauf zurückkehrt, ist mit ihm*ihr keine Politik zu machen. Niemals.

Meine Angst ist, dass dieses Beispiel Schule macht. Und irgendwann werden diejenigen, die heute die Augen verschließen, weil es ja „nur besorgte Bürger sind” auf die man zugehen müsse, oder „es von links auch ganz schlimme Extremisten gibt!!!!“, die lieber immer neu definieren, was zu unserer „Leitkultur“ gehört und was nicht, statt für deren verbrieften Kern einzutreten, irgendwann werden sie merken, dass diese ganzen linksgrünen Gutmenschen doch recht hatten. Ich hoffe sehr, dass es dann noch nicht zu spät ist.

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