Reich ist, wer reich war – über 600 Jahre hinweg

The richest families in Florence in 1427 are still the richest families in Florence

Ein schönes Fundstück (via blog.fefe.de) zu Forschern, die sich einmal die reisten Familien Florenz‘ angeschaut haben, einmal im 15. Jahrhundert und einmal 2011 – und dabei große Übereinstimmungen gefunden haben. Ähnliche Ergebnisse gab es auch schon aus China und England.

Das Szenario mag spezifisch sein, und die Methode nicht geeignet, um tatsächliche Einzelschicksale aufzulösen. Aber sie zeigt den Extremfall dessen, was auch heute noch gilt: Reichtum hat nicht etwa in erster Linie etwas mit Fähigkeiten, Fleiß und einem bisschen Glück zu tun. Sondern ist nach wie vor beeinflusst dadurch, wie reich die Eltern sind.

Echte Chancengleichheit kann es also nur geben, wenn Reichtum nicht innerhalb eng umschlossener Kreise gehütet und weitergegeben wird, sondern dem Nutzen aller zur Verfügung gestellt wird. Andernfalls wird es weiter vom Zufall abhängen, ob Menschen mit weniger Glück in der Geburtslotterie ihre Startnachteile ausgleichen können.

Wer also denkt, dass persönlicher Wohlstand sich alleine aus Engagement und Fertigkeiten einer Person ergeben darf, der muss meiner Meinung nach für eine weitest mögliche Umverteilung sein – von den Familienkassen in die Gemeinschaft.

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