Ein kleiner Rückblick

Gestern bin ich über den Ubuntuusers Planet auf einen Blogpost gestoßen, in dem sich der Autor an sein erstes Zusammentreffen mit Linux vor 15 Jahren erinnert. Das hat mich veranlasst, selbst noch einmal darüber nachzudenken, wie es eigentlich dazu gekommen ist, daß ich mittlerweile (Ubuntu-)Linux als mein Hauptsystem verwende. Ganz genau kann ich mich nicht mehr erinnern, aber eine meiner ersten Spuren im Internet sind zwei Beiträge in alt.linux.suse, in denen ich um Hilfe bei meinen Problemen mit SuSe 9.3 frage. Die Posts sind von 2005, damals war ich also 12 Jahre alt.

Als ich dann so darüber nachgedacht habe, habe ich auch einmal mein damaliges System mit dem verglichen, das der Autor des Posts oben hatte. Es ist schon erstaunlich, was sich da so alles verändert hat: Er hatte 4 MB RAM, ich hatte 256. Er hatte 100 MB Festplatte, ich 40 GB. Er wurde von einer Kommandozeile begrüßt, ich hatte glaube ich sogar einen graphischen Installer. Und als dann Windows for Workstations 3.11 als Betriebssystem genannt wurde, kam mir der Vergleich mit meinem System doch ein wenig absurd vor: Bei mir war Windows XP vorinstalliert.

Wenn man sich die heutige Situation anschaut, hat sich die Welt der Computer ganz gemäß Moore’s Law enorm weiterentwickelt. Was sich aber auch verändert hat ist die Geschwindigkeit, mit der dies von vonstatten geht.

Dann habe ich über einen der Kommentare bei BitBlokes nachgedacht, der sich auf die anfänglichen Probleme mit der Gewöhnung an das neue System bezog:

…und wenn man manche Artikel heutiger Beginner in uu-de liest, hat sich da gar nichts geändert.

Die Spreu vom Weizen trennt sich, ob “Alles Sch…!” gesagt oder interessiert weiter gegangen wird.

Ich weiß jetzt nicht genau, was der Kommentator genau von den „heutigen Beginnern“ hält, aber ich selbst habe als solcher oft eher geringschätzende Antworten bekommen. Aber jetzt, wo ich selbst kein Anfänger mehr in Sachen Linux bin, denke ich oft auch selbst, wenn ich einen Post eines eindeutigen Anfängers sehe: „Der hat ganz offensichtlich überhaupt nicht nachgedacht, das kapiert doch jeder Idiot“. Wenn ich mir jetzt meine frühen Posts anschaue, frage ich mich, wie oft hinter diesen „unnötigen“ Fragen jemand wie ich damals stand. Ich fände es schade, wenn durch geringschätzige Antworten jemand, der zunächst interessiert weiter ging, am Ende doch „Alles Sch…!“ gesagt hat und sich nicht weiter damit beschäftigt hat.

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1 Kommentare.

  1. Es heißt immer: Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten. Und ich gebe Dir Recht, dass man sich die Zeit nehmen sollte, interessierten Neulingen/Umsteigern/Anfängern unter die Arme zu greifen.

    Nach meiner Erfahrung passiert es aber leider auch zu oft, dass Leute einfach zu faul sind, die Suchfunktion in einem Forum zu nutzen.

    Dass die Antworten teilweise zu patzig sind, ist eine Sache (RTFM und Konsorten). Dass man die Leute FREUNDLICH darauf hinweist, dass das Thema schon x-mal behandelt wurde wird oft nicht genutzt. Somit sind Frustmomente vorprogrammiert.

    Wenn sich also beide Seiten etwas mehr Mühe geben würden, gäbe es weit weniger Probleme. Das lässt sich auch auf Nicht-IT beziehen 🙂

    „graphischer Installer“ … pfffff … was für ein Luxus! 😉

    Ansonsten sehr schöner Beitrag, gut geschrieben und toll zu lesen. Leute wie Du – mit Blick über den Tellerrand – sind eine Bereicherung für die Linux-Gemeinde!

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